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Polaroid Handy: billig, ohne SIM-Lock, DualSIM

Bei Polaroid denken viele älter Anwender an die alten Kameras mit Direktfotoausdruck auf speziellem Fotopapier. Was aber um alles in der Welt ist ein Polaroid Handy?

Um es gleich vorwegzunehmen: Mit einem Polaroid-Handy lassen sich keine Polaroid-Fotos machen. Der Markenname Polaroid wird hier zwar mit verwendet, hat aber ansonsten nichts mit den alten Sofortbild-Kameras zu tun. Auch wenn einige dieser Polaroid-Handys mit einer Kamera ausgestattet sind. Neben Produkten, die nur die Markenbezeichnung mitverwenden, gibt es auch originäre Geräte von Polaroid selbst.

Polaroid Handy, aber nicht von Polaroid

Nicht direkt von Polaroid selbst stammen die Handys und Smartphones, die das französische Unternehmen MMBL (Market Maker Brand Designer) unter der Marke Polaroid vertreibt. Die Geräte werden in China produziert und bedienen das untere Preissegment. Bisher sind vereinzelt Polaroid Handys aufgetaucht, die von Firmen als Werbegeschenke und Give aways an ihre Kunden verteilt wurden. Nach Verkaufserfolgen in Spanien und Frankreich versucht das Unternehmen inzwischen aber auch, auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen.

Die Geräte sind recht preiswert, teilweise unter 50 Euro, selten teurer als 100 Euro, und werden hierzulande vor allem über die gängigen Auktionshäuser angeboten. In Frankreich sind vor allem die Barrenform-Geräte unter 20 Euro gefragt. Zwar ist man bemüht, niedrigen Preis und Qualität in Einklang zu bringen, das gilt allerdings nicht für die integrierten Kameralinsen. Hier ist die beim Verbraucher entstehende oder gar bewusst beabsichtigte Assoziation mit Polaroid-Kameras schon fast irreführend.

Die Polaroid Handys sind DualSIM-Handys ohne SIM-Lock, was für viele Anwender schon zwei Gründe sein dürften, sich näher mit diesen Handys zu befassen. Vor allem die Smartphones dürften das Interesse vieler Anwender wecken.

Die äußerlich recht ähnlichen Smartphones Z550 und Z600 fallen zunächst einmal durch die offen liegende AZERTY-Minitastatur auf und imitieren den Blackberry-Look. Sie unterschieden sich nur durch einige Details. Beide Geräte bieten ein 2,3-Zoll Display, Quadband GSM (850/900/1800/1900 MHz). Als Netz wird beim Z550 nur 2G (GPRS) unterstützt, beim Z600 zusätzlich EDGE. Als wichtigste Dateiformate versteht das Z550 MP3 im Audiobereich und MP4 für Videoaufzeichnungen, beim Z600 ist unter anderem auch AVI möglich. Kommunikationsfreudige Anwender können SMS und MMS versenden und empfangen. Bluetooth 2.0 steht bei beiden Geräten zur Verfügung. Das Z550 verfügt nur über 64 MB Speicher und einen 1,3 MPixel-Sensor, beim Z660 sind es 512 MB Speicher und ein 2 MPixel-Sensor. Zusätzlich wartet das Z600 auch mit WiFi auf. Stimmaufnahme- und Radiofunktion bieten beide Modelle. Der Speicher kann bei Z550 und beim Z600 mit einer microSD-Karte bis 16 GB erweitert werden. Der USB-Anschluss sorgt für Verbindung mit dem PC. Das Z500 reiht sich ebenfalls in diese Produktlinie ein, lässt sich aber nur auf 2 GB erweitern.

Wer niedrige Anforderungen an ein Handy hat und in erster Linie nur telefonieren will, aber aus verschiedenen Gründen zwei SIM-Karten verwenden möchte, ist mit einem solchen preiswerten Polaroid Handy gut bedient.

Der Zwitter: Kamera mit Handy oder Handy mit Kamera?

Der neueste Clou ist ein WiFi-Android-Handy mit einer 16 Megapixel-Kamera. Dieses Gerät stammt von Polaroid selbst. Eine Kamerafunktion bei einem Handy ist zwar nichts Neues. Neu an dem Polaroid SC1630 ist allerdings die kongeniale Verbindung aus Handy, genauer: Handyfunktionalität über Android und hochwertiger Digitalkamera. Der Hersteller verwendet deshalb auch lieber die Bezeichnung "smart camera". Der 16 Megapixel CCD-Sensor verfügt über einen dreifachen optischen Zoom und einen 5-fach digitalen Zoom (36 mm bis maximal 108 mm). Videos sind mit 720p möglich. Das Herausfahren des Objektivs ist auch das nach außen hin im doppelten Wortsinn herausragende Merkmal dieses Geräts. Das 3,2-Zoll-Display des Handys dient beim Fotografieren als Widescreen-Display für die Kamera. Auf dem 800x440 Pixel großen Touchscreen-Display kann man sich die Bilder anschließend auch anschauen. Gesichter und Lächeln kann die Kamera automatisch erkennen, rote Augen werden beim Blitzen ebenfalls automatisch korrigiert. Für das Fotografieren stehen 18 Szenen-Modi zur Auswahl.

Weitere hilfreiche Funktionen sind Bildgrößenänderung und Farbkorrektur. Die geschossenen Bilder werden per SmartAlbum-Funktion automatisch nach Datum, Ort und Menschen sortiert. Mit Hilfe der Geotagging-Funktion kann der Anwender die Bilder auch mit Längen- und Breitengrad-Informationen versehen. Der interne Speicher ist mit 512 MB etwas mager. Über eine microSD können aber bis zu 32 MB zusätzlicher Speicher bereitgestellt werden. Über die WiFi-Funktion können die Bilder auch unkompliziert auf andere Geräte oder ins Internet übertragen werden. Über Bluetooth lassen sich die Bilder beispielsweise auf dem GL10 Instant Mobile Printer (POLGL10) des gleichen Herstellers ausdrucken. Daneben verfügt die SmartCam auch über USB-Anschluss. Künftige Versionen des Geräts sollen außer WLAN auch Funkübertragungen unterstützen. Dies soll dann über einen speziellen MicroSLim-Slot realisiert werden.

Das Gerät ist mit Android als Betriebssystem ausgestattet, so dass über Google Play (früher Android Market) Apps geladen werden können. Hier bietet sich zum Beispiel die Anruf-App "Dialer One" an. Bei der Vorstellung des Geräts auf der CES 2012 in Las Vegas war noch Froyo installiert, der Hersteller plante aber, zur Einführung im April Android 4 zu implementieren. Der Verkauf soll zunächst in den USA starten, wobei ein Preis von knapp 300 US-Dollar angepeilt ist. Es ist aber nur eine Frage der zeit, bis die Geräte in Europa verfügbar sind.